Rudolf Uhrig über sich als Lichtbildner, Bildjournalist, Fotograf oder „Knipser“


... ich bin nur eine Figur am Rande der Ereignisse.
Ich bin Informant über die Welt und ihre Zeit.
Für mich sind die Unmittelbarkeit und der Realismus
die wichtigsten Eigenschaften der Fotografie,
nicht deren Fähigkeit „Kunst“ in Form von „malerischen“
Landschaften, Stillleben und gestellten allegorischen Bildern hervorzuheben.
Was ich fotografiere ist so unterschiedlich wie die Welt selbst: Staatsoberhäupter
die mit dem Schicksal von Nationen spielen, Hausfrauen die mit Straßenhändlern feilschen,
Demonstrationen und Auseinandersetzungen, aber auch friedliche Dorfszenen,
die Ruinen alter, längst versunkener Kulturen und das Wachstum neuer Zivilisationen,
ferne Orte, bekannte Städte und fremde und dennoch vertraute Menschen.
Aber auch die Geschichte meiner Heimat: „Rheinhessen“ und dem „Wonnegau.“

Für meine „Bilder des Lebens“ ist mir kein Weg zu weit oder zu schwierig,
ob er ins innere der Erde führt, oder weit über ihr liegt...
Fotografieren heißt für mich das Leben bejahen, mit allen seinen Widersprüchen.
Der Beschluss, etwas im Bild festzuhalten, kommt aus meinem Inneren, es schreit förmlich:
Ja, Ja, Ja! Es ist für mich die Entdeckung der Welt in visueller Hinsicht,
es ist die Frage, auf die es niemals eine endgültige Antwort gibt.
Mein Bild soll dem Gezeigten ebenbürtig sein.
Meine Kamera sammelt Notizen und Informationen mit größter Objektivität.
Und dennoch fühle ich mich nicht als „objektiver Zeitzeuge“,
sondern vielmehr als „Interpret der Realität.“
Im Augenblick der Freude am Motiv gibt es für mich keine Vorurteile, keine Hinter-
gedanken. Kein Gut und kein Schlecht, auch nicht im engeren moralischen Sinne.
Die Menschheit lebt ihre Entwicklung, die sie selbst gewählt hat.
Nichts daran ist gut oder schlecht. Es ist, wie es ist !

Ein Bild, mein Bild, sollte für sich selber sprechen, der Text ist nur die Hülle.
Getreu der Aussage des französischen Romanautors Antoine des Saint-Exupery, der sagt:
„Die Sprache ist die Quelle der Mißverständnisse“
Mein Wunsch ist es „visuelles Denken“ zu schaffen, dass keine Grenzen kennt und für
EINE Sprache steht die jenseits von Kulturen und Zeit verstanden wird.





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