MOTORRADSEGNUNG IN EICH
Brauchtumspflege - jüngeren Datums



Wagen wir doch einen Vergleich: Eich zu Daytona - beispielsweise.

Vermessen und abwegig ?




Zugegeben, Eich eine ursprüngliche Fischersiedlung am Altrhein, deren Erwähnung in den Annalen auf das Jahr 782 zurückreicht, hat, obwohl der Wohnturm des ehemaligen Zehnthofes noch als Sehenswürdigkeit bezeichnet werden darf, sicherlich nichts Aufregendes für den Weltenbürger zu bieten. Auch keine über die Maßen hinaus bekannte Brauchtumspflege. Ganz so wie das amerikanische Pendant, das vielleicht noch Sonne und Strand aufweisen kann. Was aber beide gemeinsam haben, ist das gewaltige „Bikeraufkommen!“
Zugegeben - in Daytona etwas mehr als in Eich.
Eich begann mit dieser Attraktion 1991. Just in diesem Jahr kam ein Mann aus dem fernen, hessischen Viernheim an den Altrheinsee, seines Zeichens Pfarrer! Er lud damals alle Motorradfahrer der Nation zu einer „Segnung“ ein. „Herr behüte mich vor Unfall und Gefahr, behüte mich auf der Straße und bewahre meine Jugend vor dem Tod.“ So verkündete der Geistliche. Einige kamen.
1992 gründete sich, von dieser Initiative beflügelt, der Verein
„Motorradfreunde Eich.“ Heute, 2001, ist die „Eicher Motorradsegnung“ des Bernhard Gugerel zur größten des ganzen Bundeslandes Rheinland-Pfalz avanciert.

Menschenmasse auf dem Eicher MarktplatzAlljährlich wird die Rekordmarke des Vorjahres übertroffen. Am Samstag, den 12. April 1997 trafen sich in Eich 9000 Motorrad-fahrer/innen - zum Beispiel - . Im Jahre 2000 waren es schon uner-wartete 12.000. Ein Mega-Event also ! Pfarrer Gugerel erklärt den Sinn der Motorradsegnung im Vergleich zu früheren Zeiten. Bei den Flur- oder Pferdesegnungen ging es um ein „geglücktes Leben“. An der Schwelle aber zu einem anderen Jahrhundert, gar Jahrtausend, sei auf motorisierte Verkehrsmittel nicht mehr zu verzichten.
Das Motorrad sei ein Bestandteil des Lebens und der Gesellschaft. Zum einen beruft sich der Geistliche dabei auf das katholische Segensbuch „Benedictionale“, wonach es zu den ganz normalen Tätigkeiten eines Pfarrers gehört, Segnungen für Fahrzeuge aller Art durchzuführen. Aber zugleich meint der Priester: „... dies ist lebendige Kirche..., die Segnung macht zugleich auf die Verantwortung des Menschen zur Natur und Umwelt aufmerksam. Nach der Segnung starten die vor Lack und Chrom strotzenden Zweiräder zur Rheinhessenrundfahrt. Die Strecke ist 51 Kilometer lang;
der Konvoi gut 40 Kilometer; und logischerweise, er wird immer länger !