Das Traubenblütenfest in Westhofen
- ein Fest der Superlative
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In überregionalen, ja sogar internationalen Fremdenführern wird unter bedeutenden Festen, der Festzug des Westhofener Traubenblütenfestes genannt. Am 25. Juni letzten Jahres schlängelte sich der große Festumzug zum 51. Male durch die Straßen und Gassen Westhofens.


In der ersten langen Weinnacht findet sodann alljährlich die Inthronisation der neuen Traubenblütenkönigin statt. Zu dieser Zeremonie finden sich Hunderte von Menschen am Kelterstein, am Beginn der berühmt, berüchtigten Kellergasse, ein. Dorthin gelangt mit dem Zeremonienmeister, die neue und noch amtierende Majestät mit ihren Prinzessinnen. Nach dem feierlichen Akt wird im 1228 Jahre alten Westhofen am Seebach und deren Gumpen
(Seebach), der zum Teil illuminiert ist, bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Weinseelige Menschen sollen es sogar bis zum Beginn der samstäglichen Weinprobe um 10.00 Uhr aushalten. Zahlreiche Weine aus dem 600 Hektar großen Anbaugebiet werden zum Verkosten gereicht. Hier können die Winzer zeigen was sie können, denn schließlich ist hier der Weinbau bereits schon länger als ein Jahrtausend beheimatet. Und kein geringerer als Fritz Huxel, der sich um die nach ihm benannte „Huxelrebe“, verdient gemacht hat, war hier in Westhofen beheimatet.
Am Nachmittag dann findet im „elitären Kreis“ der begehrte Ritterschlag „derer zu Kirchspiel“ statt.

Höhepunkt, genauso wie es die Reiseführer verraten, aber ist dann der große Festzug am Sonntagnachmittag. Besonders stolz konnte man im letzten Jahr darauf sein, dass sich der Südwestrundfunk wieder für den liebevoll gestalteten Umzug interessierte und live dabei war. Auch seinerzeit als die Westhofener die„Hochzeit im gräflichen Schloß Anno 1580“, so auch das offizielle Motto des Zuges, nachstellten. Das nachempfundene Schauspiel soll sich tatsächlich im ehemaligen Schloss wo derer von Hohenfels-Reipoltskirchen regierten, vor über 400 Jahren so zugetragen haben, damals im schönen Marktflecken Westhofen, das vor der ersten Jahrtausendwende noch den Namen Seeheim im Wonnegau trug. Mit den in mühevoller Kleinarbeit geschneiderten Kostümen und sorgfältig restaurierten Wagen, die höchste Authentizität bis ins Detail zeigten, konnte der Heimatverein die Zuschauer vor Ort aber auch die an den Bildschirmen begeistern. Somit der Geschichte verpflichtet, ging der ausrichtende Heimat-verein auch in 1998 wieder in die Historie, nämlich ins Jahr 1848, eine Jahreszahl, die damals Land auf Land ab in aller Munde war. So lautete auch das Motto des Festzuges „Aufbruch zur Freitheit“.
Und auch im Millenniums-Jahr ging es historisch zu. Diesmal aber „nur“ 50 Jahre zurück; ins Gründungsjahr des Heimatvereins.
Wie in Bechtheim begann der Ursprung des Traubenblütenfestes mit einem Winzerfest, das im finanziellen Fiasko endete. Hier wie dort entwickelte sich - jeweils vom Heimatverein getragen - ein Fest, das heute noch Bestand hat und von Jahr zu Jahr immer mehr an Attraktivität gewonnen hat.